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Studienfahrt 2003 01.05 -11.05
An unserer diesjährigen Studienfahrt nahmen 13 Personen teil. Besonders erfreulich war, dass in unserer Gruppe viele neue Teilnehmer diese Reise antraten, um das Land, die Menschen und insbesondere "ihre" Kinder kennen zu lernen, die bereits anlässlich einer Kindererholung Deutschland besucht hatten.
Mit dem Zug fuhren wir in 19 Stunden von Karlsruhe über Polen in die weißrussische Grenzstadt Brest.
Aufenthalt in Brest, Hotel Intourist
Brest wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Polen und Litauer kämpften um die Stadt.Bis 1939 hieß die Stadt Brest Litowsk (litauisches Brest), um es von einer Stadt mit ähnlichem Namen in Polen zu unterscheiden.1939 wurde auch der Fluss Bug als Staatsgrenze festgelegt.Heute hat Brest ca. 300000 Einwohner und verfügt über einen Flughafen, einen Binnenhafen mehrere größere Betriebe, ein Eisenbahnmuseum mit alten Lokomotiven sowie ein Museum mit geretteten Kunstwerken (Ikonen).Die Stadt bildet auch einen Eisenbahnknotenpunkt. Das Bahnhofsgebäude wurde in den 50er Jahren im Zuckerbäckerstil erbaut.
Hier werden alle Züge Richtung Osten umgespurt, da die weißrussischen Schienen einen 8,5cm breiteren Abstand haben. Somit hat jeder Zug in Brest zwei Stunden Aufenthalt. Während unserer Rundfahrt durch die Stadt sahen wir die Kirche des Hl. Simon, die Nikolai-Kirche und besuchten den reichhaltigen Markt, dessen Angebot von Blumen, Obst, Gemüse und selbst Eingemachtem bis zu Fleisch und Angelbedarf reichte. Auch den aus Tanks verkauften "Kwas" haben wir probiert, ein beliebtes Getränk aus Schwarzbrot, Hefe, Wasser und Zucker.
Ein besonderer Programmpunkt war das 4 km² große Gelände der Festung am ehemaligen Westwall. Überdimensional große Betonmonumente nebst Namensschildern erinnern an die gefallenen Soldaten aus dem "Vaterländischen Krieg", wie der zweite Weltkrieg hier genannt wird. Auch eine restaurierte Kirche befindet sich auf dem Gelände.
Weiterfahrt nach Shitkowitschi
Im Zentrum, beim Leninplatz, war unser täglicher Treffpunkt. Um diesen Platz gruppieren sich Rathaus, Kulturhaus, medizinische Ambulanz, ein Kaufhaus, Bibliothek, Kino und das einzige Restaurant der Stadt. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch Bahnhof, Krankenhaus, Polizei, und Schule Nr. 2.
Während des Besuchs in der Stadt und Region von Shitkowitschi waren die Teilnehmer der Studienfahrt bei Gastfamilien untergebracht
Krankenhaus
Besuch der Chirurgie, Inneren Medizin, Neurologie und Gynäkologie
Poliklinik
bietet ambulante Behandlung, Ultraschall, Augenarzt, HNO, Vorsorge für Schwangere, Ausgabe von Insulin, etc.
Turow
- Besuch des Heimatmuseums zur Geschichte des Landes und dessen Kultur Übergabe eines Gastgeschenkes an das Museum durch unseren Verein
- Besuch des Burgbergs mit anschließendem Dorfspaziergang
- Besuch des Friedhofs mit Gedenktafel für gefallene deutsche Soldaten
- Kurze Visite im Krankenhaus
Besuch im Altenheim von Chwoensk
Eine Kombination von Krankenhaus und Altersheim. Ein Arzt kommt täglich vorbei. Kurzer Rundgang und Besuch einiger Bewohner in ihren Zimmern.Bauer Schrub besitzt 2000 ha Land, das er vom Staat erhalten hat, 800 ha davon sind bewirtschaftet. Er besitzt 150 Stück Vieh, überwiegend Milchkühe. Herr Schrub hat in Holland und Deutschland gelernt und vom weißrussischen Staat Kredite für Maschinen bekommen.
Er hat 150 Arbeiter und bezahlt dreimal mehr Lohn, als eine Kolchose. Dafür müssen die Leute mehr und länger arbeiten.Angebaut wird überwiegend traditionelles Gemüse wie Kartoffeln, Gelbe und Rote Rüben, Gurken, etc.
Besuch des kleinen Krankenhauses in Ludenewitschi, Medikamente aus Deutschland wurden gespendet und werden verwendet.
Steinbruch in Mikaschewitschi
starke Radioaktivität durch Uran Es wurde ein Kanal zum Pribjet und zum Bug gebaut, so dass die Steine bis zum Schwarzen Meer transportiert werden können. Es wird viel ins Baltikum und nach Polen exportiert.
Schule in Gritschinowitschi
Treffen mit dem Lehrer Mischa Luschen,seiner Frau und Tochter Strahlung im Ort sehr hoch, die Kinder der Schule müssen zwei Mal im Jahr ins Sanatorium Es gibt 12 Lehrer und 41 Kinder bis zur 9. Klasse. Die größte Klasse hat 8 Schüler, die kleinste 2. In einigen Jahren soll die Schule vermutlich geschlossen werden, Eltern mit Kindern werden dann wegziehen.
Ein Mal pro Tag bekommen die Kinder ein Essen, fürs Frühstück reichen die staatlichen finanziellen Mittel nicht mehr.
Lenin
- Besuch im Krankenhaus
- Besichtigung des kleinen Heimatmuseums
Grabowo
Kleines, typisch weißrussisches Dorf,Grillplatz mit gefasster Quelle
Holzschnitzerwerkstatt von Alexander Maslo
teils privater Betrieb mit Aufträgen für öffentliche Einrichtungen
Kindergarten von Tscherwonje
Dem angrenzenden Torfwerk und der ganzen Region geht es schlecht, es gibt immer weniger Kinder, der Kindergarten soll eventuell geschlossen werden.
Parkettwerk von Larskewitschi
Vorzeigebetrieb in Weißrussland, Fertigung von qualitativ gutem Parkett, Export ins östliche und westliche Europa
Schifffahrt auf dem Pribjet in Richtung Tschernobyl
Fahrt mit dem Boot auf dem Pribjet, beindruckendes Naturschauspiel, Picknick am Ufer mit Schaschlik und Fischsuppe,
Fahrt in die evakuierte (verbotene) Zone bei Narowlia (9000 Einwohner)
37 Dörfer aus dem Kreis Narowlia wurden evakuiert, 5 davon eingeebnet (insgesamt 70680 ha). Es handelt sich um den am meisten verstrahlten Kreis in Belarus, früher ein sehr beliebtes Touristengebiet. Bis zum Kernkraftwerk von Tschernobyl sind es noch 80km.
Besuch eines evakuierten Dorfes (früher 318 Häuser) und Friedhof
Mosyr
Park am Pribjet, kleine Tour durch die Stadt mit Besuch am Lenin-Denkmal
Kalinkowitschi
Kurze Rundfahrt, schöne katholische Kirche
Außer den offiziellen Programmpunkten konnten die Teilnehmer noch zahlreiche private Termine mit ihren Gastfamilien wahrnehmen. Dabei erlebte man ständig die berühmte wei&slig;russische Gastfreundschaft.Die Rückreise erfolgte wieder mit dem Bus von Shitkowitschi nach Brest. Von dort traten wir mit dem Zug die Heimreise nach Karlsruhe an.